Maritimes


Rezept Labskaus

Labskaus für 4-6 Personen:                                              
Zutaten:
1Kg gepökelte Rinderbrust (7% Lake)
300g Zwiebeln
100g rote Bete  
1,3Kg Kartoffeln (wenn möglich – mehlig)
30g Butter
Einen Gewürzbeutel mit ca. 10g schw. Pfeffer (ganz) und
3-4 Lorbeerblätter vorbereiten  
Zubereitung:
Ca. 2ltr. Wasser, wenn vorhanden, noch 200ml Lake in einen ausreichenden
Topf geben.
Die Rinderbrust, Zwiebeln und den Gewürzbeutel hinzugeben.
Alles etwa 1,5-2 Std. gar kochen.
Anschließend das Fleisch und die Zwiebeln herausnehmen; den Sud durch
ein Sieb auffangen. Den Gewürzbeutel entfernen.
Die Kartoffeln in dem Sud garen. Anschließend die Kartoffeln durch ein Sieb
abgießen und den Sud wiederum auffangen.
Nun alles, auch die rote Bete, mit einem Küchenwolf (grobe Scheibe)
zerkleinern und in einem Topf in kochendem Wasserbad zusammenrühren.
Dabei 30g Butter und etwas von dem Sud hinzufügen.
Bitte darauf achten, dass die Konsistenz der Masse einen festen Brei ergibt.
Aber Vorsicht, es wird schnell dünnflüssig.
Für den herzhaften Geschmack noch ca. 5g groben schw. Pfeffer einstreuen.
Serviervorschlag: siehe Abb. unten
                             Spiegelei, Matjes oder Rollmops, geht auch beides!
                             Dazu empfehle ich eine Gewürzgurke und noch ein  
                             paar Scheiben rote Bete.
   

Ich wünsche einen guten Appetit.
   

Hans-Heinrich Warnecke
Große Kampstr. 6
38690 Vienenburg/Immenrode

Tel.:05324/798822   

Fax: 05324 787873


Gedichte

Labskaus und Meeresrauschen

Des Traditionsgedanken wegen setzt man an Land die Sitte fort, bei Labskaus Seemannsbrauch zu pflegen. Gedanken für den Fraß an Bord!

Ob in der Pfalz, oder in Oker, in Kempten oder Wintermoor – allmählich dringt die Labskauswelle in Küstenferne Orte vor.

Flüche, die einst dem Smutje galten, wenn´s Labskaus gab, sind längst verhallt;

Und heut verputzen es die alten Salzpuckels notfalls sogar kalt.

Leben sie im Binnenlande und ist die Seefahrt längst vorbei, nichts kleistert Kameradschaftsbande so dauerhaft wie Labskausbrei.

Dabei wird Seemannsgarn gesponnen und wacker Glas um Glas geleert.

Das Labskaus wiegt diverse Tonnen, das man landauf, landab verzehrt. Gesichter glänzen, Schüsseln dampfen, Labskaus soweit das Auge reicht, die Luft vibriert vom dumpfen Mampfen, das fernem Meeresrauschen gleicht.

Knöpfe zerspringen, Nähte krachen, vom Labskaus wird noch nachgereicht, denn keiner wagt es schlapp zu machen. Ein Hundsfott, wer die Segel streicht!

Three Cheers dem, der sich ungezwungen den fünften Nachschlag einverleibt, der Abend gilt erst dann gelungen, wenn von dem Pamps nichts übrig bleibt.

Was Außenstehende kaum ahnen: es ist ein fast sakrales Bild, wenn einem Seefahrtsveteranen Labskaus aus beiden Ohren quillt.

Nur wer zur See fuhr kann ermessen, wie einen dieser Anblick packt, denn er erst macht das Labskausessen zu einem feierlichen Akt!

Von  Bern Hardy – mit einer kleinen Veränderungen von Hein Warnecke


Die See
 
Wenn in ihren Atemzügen
sich die Dünung senkt und hebt,
und die Winde sie durchpflügen,
dann verspürst du, dass sie lebt.
 
Wenn die Stürme Shanties geigen,
Rasmus ausgelassen tollt,
und die Wellen Zähne zeigen,
dann verspürst du, dass sie grollt.
 
Wenn sie wilde Böen hetzen,
leewärts jagend und die Kimm
taumelt unter Wolkenfetzen,
dann verspürst du ihren Grimm.
 
Bist du einst an Land gegangen
auf der Suche nach dem Glück,
zieht ein heimliches Verlangen
dich doch stets zu ihr zurück.
 

Bern Hardy 


Katerfrühstück

Was ist das für ein Augenschmaus
Ein riesig großer Topf Labskaus
Für Bauch und Herz und auch für Seelen
Kann ich dies Essen nur empfehlen
Es ist zwar „nur“ ein Haufen Brei
Dazu isst man ein Spiegelei
Und einen Hering gerade heute
Das macht Euch fit Ihr lieben Leute
Und Kalorien ooooohne Ende
Es gibt wenig was ich leckerer fände
Als dies Gemisch aus Duffeln und Fleisch
Und Roter Bete zerkocht ganz weich
Mit Zwiebeln und auch süßen Gurken
Das schmeckt nicht nur den bösen Schurken
Doch jetzt muss ich hier ganz schnell raus
Sonst ist er leer der Topf Labskaus


Labskaus Gedicht

Was wäre am Ende lieber Gott, die ganze Seefahrt wert,
Stände nicht zuweilen so ein Pott mit Labskaus auf dem Herd.
Und fragt man einen Seemann mal, ob Labskaus oder Kuss,
so ruft er: „Hier gibt es keine Wahl, ich bin für beides ,Schluss“.
Erst kippt er einen scharfen Schnaps, noch besser kippt er zwei;
dann folgt mit einem einz‘ gen Haps das ganze Spiegelei.
Und wenn es von den Lippen leckt, das ist ihm völlig wurscht,
Hauptsache, dass es richtig schmeckt, und dann zum Schluss der Durst!
Und während er das Kinn abwischt, sind alle Sorgen fern,
Zufrieden denkt er, wenn es zischt, jetzt leb ich wieder gern!
Was sagt der Arzt? Der Bauch muss weg, das Herz ist überlastet!
Das schert mich heute einen Dreck, ab morgen wird gefastet!
Dem Laien ist der Labskaus fremd, weshalb er ihm misstraut,
sein Aussehen ist es, was ihn hemmt- es scheint ihm vorgekaut.
Er ahnt nicht was sich drin verbirgt, und wittert allerlei,
heimtückisch schielt, — indes er würgt, das fette Spiegelei.
Das ganze schmückt ein dicker Kranz von Rotebeete Salat,
Was ist denn das?  Ein Heringsschwanz! Verdächtig in der Tat!
Doch lässt er aquavitgestärkt Dem Schicksal seinen Lauf,
und zwischendurch, wenn`s keiner sieht, stößt er mal kräftig auf.
Die Schüssel wandert hin und her Und munter wird gezecht,
und hat man keine Zähne mehr, dann schätzt man es erst recht.
Es schmeckt sogar bei Stärke 10  auf wild bewegter See,
und fängt es an sich umzudrehen, geht man schnell nach Lee,
und wenn man es dann wiedersieht, genauso wie es war,
denkt man bloß, ach lass man, Schiet,
es schmeckt doch wunderbar!